Neue Tümpel für die Gelbbauchunke

Heinz-Jürgen Walter hat in der Tongrube im Unterhölzer bei Geisingen für die Anlage von neuen Wasserflächen für die dort heimischen Gelbbauchunken gesorgt.    Hier sein Bericht:

Ist die Gelbbauchunke noch zu retten?

Die älteren Leser kennen vielleicht noch die Gelbbauchunke, die als Unkerich in den Heften „Lurchis Abenteuer“ von Salamander den Polizisten gespielt hat. Dieser kleine Froschlurch, der 35 bis 50 mm groß ist und ein Gewicht von 5 bis 7 g besitzt, hat es schwer zu überleben. Er genießt zwar heute gesetzlich den höchsten Schutzstatus, sein Fortbestand ist dadurch aber nicht unbedingt garantiert.  Zu viele seiner ursprünglichen Lebensräume sind verloren gegangen, nämlich die Kies- und Schlickbänke in den Auenbereichen entlang von Bächen und Flüssen. Waren die Vorkommen in Südwestdeutschland zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch sehr häufig, so ist die Population in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen. Ursachen sind die Entwicklungen im Siedlungs- und Straßenbau, die ausgeräumten Ackerflächen und die abgeschnittenen Lebensräume.

Im Landkreis Tuttlingen ist beispielsweise nur noch ein Vorkommen bekannt, und zwar in einer Tongrube bei Geisingen. Das Vorkommen kann dort seit über 30 Jahren nachgewiesen werden. Im Laufe des vergangenen  Jahres  wurde in zahlreichen Gesprächen nach einer Lösung gesucht, ob und wie dieser Lebensraum erhalten werden kann.

Durch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Baurechts- und Umweltamt des Landkreises Tuttlingen, dem zuständigen Naturschutzbeauftragten, einem Mitglied vom Naturschutzbund NABU und dem privaten Betreiber der Tongrube, der Firma Meichle und Mohr, ist eine Lösung gefunden worden.

Folgende Maßnahmen wurden zum Schutz des Lebensraums dieses Froschlurchs durchgeführt: 

An den Hangkanten und Wasseraustrittsstellen wurden mehrere kleine Tümpel angelegt. Die neuen Gewässer sind 1 bis 2 Quadratmeter groß und 10 bis 40 cm tief, ideale Voraussetzungen für eine schnelle Erwärmung. Von Ende April bis Ende Juli können die Wasserstellen dann als Laichplatz genutzt werden.

Nach der Metamorphose verlassen die jungen Unken zwischen Juni und September das Wasser und suchen in der näheren Umgebung nach Landverstecken. Dort lauern aber viele Gefahren. Bei überregionalen Untersuchungen wurde nach 2 Jahren nur noch 1 % der Lurche in der Nähe ihres Geburtsgewässers gefunden.

Um die Art zu erhalten, bedarf es also weiterer Anstrengungen, geeignete Lebensräume zu schaffen und durch Korridore miteinander zu verbinden. Nur wenn dies gelingt, hat die Gelbbauchunke eine Überlebenschance.

Sollte Ihnen ein Vorkommen der Gelbbauchunke bekannt sein, so wäre es hilfreich, den Standort unter folgender E-Mail-Adresse mitzuteilen:

gelbbauchunke@freenet.de

Heinz-Jürgen Walter, Königsfeld, den 11.03.2015

Die beteiligten Personen von links nach rechts:

Herren Adamitz, Walter, Superson, Hüttl, im Bagger Herr Ehmer

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